American Express ist der weltweit drittgrößte Kreditkartenanbieter nach Visa und Mastercard. Eine oft gebräuchliche Abkürzung für American Express ist "Amex" (oder auch: "AmEx").
Der weltweite Marktanteil von American Express – gemessen am Transaktionsvolumen – beträgt etwa 10% (Stand 2025). Im Vergleich dazu haben Visa (53%) und Mastercard (25%) deutlich höhere Marktanteile. Dennoch hat American Express eine sehr hohe Markenbekanntheit – denn Amex gilt allgemein als besonders exklusiv.
Die Geschichte von American Express
American Express wurde 1850 in den USA gegründet, also über 100 Jahre vor Visa und Mastercard. Kreditkarten gab es damals aber natürlich noch gar nicht – American Express war ein Transport- und Logistik-Unternehmen; vergleichbar quasi mit heutigen Firmen wie DHL, UPS oder General Overnight (GO! Express). Im Rahmen der amerikanischen Expansion in den Westen erwarb sich American Express einen Ruf als zuverlässiger Eilzustellungs-Dienstleister. So erklärt sich auch der Name der Marke.
1857 erweiterte American Express sein Geschäft um den Finanzbereich: Es wurden nun nicht mehr nur Waren und Korrespondenz transportiert, sondern auch Zahlungsaufträge ("money orders"). Ab 1891 wurden auch Reiseschecks ausgegeben.
Hundert Jahre später, 1957, stieg American Express ins Kreditkartengeschäft ein – inspiriert durch den Erfolg der Diners Club Kreditkarte, die einige Jahre zuvor erfolgreich in New York City den Markt betreten und einen völlig neuen Markt – eben: Kreditkarten – geschaffen hatte.
American Express stellte sich dabei von Anfang an im Premiumsegment auf: Während die Diners Club Karte eine Jahresgebühr von 5,‑ US-Dollar hatte, verlangte American Express 6,‑ Dollar. – Aus heutiger Sicht klingen diese Zahlen winzig. Inflationsbereinigt und bezogen auf die Kaufkraft entsprechen 5,‑ Dollar im Jahr 1957 jedoch ungefähr 60,‑ heutigen US-Dollar.
American Express war auch die erste Firma, die Kreditkarten aus Plastik herausgab – sowie mit Hochprägung der Kartennummer und des Namens des Inhabers. Zuvor waren Kreditkarten schlicht aus Karton.
Schon die erste American Express Kreditkarte hatte das ikonische grüne Design – eine Optik, die bis heute (siehe American Express Green Card) wie kaum eine andere Kreditkarte einen besonderen Flair von Exklusivität ausstrahlt.
Durch seinen Kundenstamm im Finanzbereich hatte Amex vom Start weg 250.000 Kunden – zudem übernahm das Unternehmen früh das Geschäft der ebenfalls im neuen Bereich der Kreditkarten operierenden Amerikanischen Hotel Association. Der große Kundenstamm und die durch die Übernahme der AHA-Kundenbeziehungen direkte Akzeptanz ihrer Karte in allen wichtigen Hotels führte dazu, dass das Unternehmen schnell (und deutlich) zum Marktführer im neuen Markt der Kreditkarten aufstieg.
Die 1980er: Gefährliche günstigere Konkurrenz
In der 80er Jahren (und bis in die 90er) begannen neue Konkurrenten, American Express das Leben schwer zu machen: Visa und Mastercard forderten den bisherigen "Platzhirsch" mit einem neuen Konzept heraus: Statt auf Exklusivität und hohe Preise setzten sie auf günstige – oft komplett gebührenfreie – Kreditkarten und auf die breite Masse.
Zudem griffen sie Amex dort an, wo es Unternehmen am meisten schmerzt: beim Geld. Visa und Mastercard verlangten von Händlern einen geringeren Anteil am Verkaufspreis, wenn sie ihre Kreditkarte als Zahlungsmethode akzeptieren würden. Amex hatte bis dahin einen vergleichsweise hohen Anteil gefordert – so hoch, dass viele Händler auf die Zahlungsmethode "Amex" lieber verzichteten. So schafften Visa und Mastercard es in wenigen Jahren, ein größeres Netz von Akzeptanzstellen aufzubauen als das von American Express.
Amex und Exklusivität
American Express wird allgemein mit besonderer Exklusivität und einer "gut betuchten" Nutzerschaft in Verbindung gebracht. Die Statistik zeigt, dass dieser Eindruck nicht ganz falsch ist und auch nicht bloß auf Marketing beruht:
Während Kreditkarteninhaber in den USA in Schnitt ca. 8.000,‑ US-Dollar pro Jahr mit Kreditkarte bezahlen, liegt der Jahres-Schnitt bei American Express deutlich höher, nämlich bei ca. 20.000,‑ USD. Inhaber von Platin- und Centurion-Karten lassen im Schnitt sogar ca. 90.000,‑ USD jedes Jahr über ihre Amex-Karte laufen (alle Zahlen von 2025).
