Cashback-Programme sind spezielle Kundenbindungssysteme, bei denen Kunden nach Einkäufen einen Teil der Kaufsumme zurückerstattet bekommen.
Manchmal wird Cashback von bestimmten Händlern gewährt – z.B. als "Belohnung" für Kunden, die sich eine Kundenkarte holen und ihre Daten mit dem Händler teilen. Sehr viel häufiger jedoch werden Cashback-Programme von Zahlungskarten (besonders Credit- oder Debitkarten) angeboten. Karteninhaber erhalten dann jedes Mal Cashback, wenn sie ihre Karte zum Bezahlen einsetzen.
Die Geschichte von Cashback
Das Konzept "Cashback" kommt ursprünglich aus den USA und ist dort schon länger bekannt und üblich. In Deutschland ist es vergleichsweise neuer.
Ein deutscher Begriff für Cashback hat sich bisher nicht etabliert. Manchmal wird der Ausdruck "Rückvergütung" verwendet. Das klingt allerdings etwas holprig und technisch, so dass immer öfter einfach der englische Ausdruck "Cashback" genutzt wird. Selbst Personen, die nur begrenzt Englisch verstehen, sind meistens in der Lage, auf die Bedeutung des Begriffs zu schließen: "Cashback" ➜ cash back ➜ Geld zurück.
Ist Cashback einfach ein Preisrabatt?
Teilweise wird Cashback auch "Rabatt" genannt, aber das ist eigentlich unpräzise. Ein Rabatt wird direkt (d.h. vor dem Bezahlen) vom Kaufpreis abgezogen. Der ursprüngliche Preis sinkt also, man bezahlt weniger. Cashback funktioniert anders: Zunächst wird ganz normal der volle Kaufpreis bezahlt. Die "Rückvergütung" geschieht erst im Anschluss. Wenn Sie z.B. 2% Cashback bekommen, dann werden Ihnen 2% des Kaufpreises (nach dem Kauf) wieder gutgeschrieben.
Wie lange es dauert, bis Ihnen der fällige Cashback-Betrag gutgeschrieben wird, kann sich dabei von Programm zu Programm (bzw. von Karte zu Karte) recht stark unterscheiden.
Manche Programme gewähren Cashback unmittelbar, d.h. direkt (wenige Sekunden) nach dem Kauf. Bei anderen Programmen kann es länger dauern, z.B. immer jeweils einige Tage später. Wiederum andere Programme zahlen Cashback z.B. einmal monatlich gesammelt aus, d.h. die Gutschrift erscheint für alle "Cashback-fähigen" Umsätze, die man im Verlauf des Monats getätigt hat, gesammelt am Monatsende.
Bei bestimmten Cashback-Aktionen kann es auch von anderen Faktoren abhängen, wann das Cashback ausgezahlt wird: Beispielsweise wird das 5% Reisebuchungs-Cashback der TF Mastercard Gold) erst nach Abschluss der gebuchten Reise ausgezahlt. Solche "späten" Auszahlungen sind allerdings eher die Ausnahme – die meisten Programme zahlen Cashback zügig nach dem Kauf aus.
Rückzahlbare Beträge von Cashback-Programme können durch einem Cashback-Deckel begrenzt sein. In so einem Fall ist eine feste (absolute) Obergrenze definiert, bis zu der Kunden (meist pro Abrechnungszeitraum) Cashback erhalten können. Cashback wird dann also anteilig (prozentual) pro Umsatz rückvergütet, allerdings nur höchstens bis zu einem (absoluten) Deckel-Betrag.
Auf welche Einkäufe kann man Cashback erhalten?
Auch bei der Frage, auf welche Kartenumsätze es überhaupt Cashback gibt, hängt es wieder vom jeweiligen Cashback-Programm ab. Grundsätzlich kann man zwischen zwei Arten von Cashback unterscheiden:
- Cashback nur auf bestimmte Käufe, z.B. Cashback auf Tankstellenumsätze (was oft etwas ungenau als "Tankrabatt" bezeichnet wird)
- Cashback auf alle Umsätze – hier wird von jedem Umsatz, den man mit der Kreditkarte tätigt, ein kleiner Prozentsatz zurückvergütet
Bei Cashback-Programmen, die Cashback auf alle Umsätze gewähren, sind allerdings praktisch immer "Kauf-Umsätze" gemeint – also wenn die Karte zur Zahlung bei einem Händler oder Dienstleister eingesetzt wird. Bargeldabhebungen, Cash-Abrufe und bargeldähnliche Überweisungen (z.B. das Aufladen des PayPal-Kontos per Karte) sind in aller Regel nicht Cashback-fähig. Auch Glücksspielumsätze sind teilweise (aber nicht immer) von Cashback-Programmen ausgenommen.
Was ist der Unterschied zwischen Cashback und Punkte sammeln?
Cashback hat gewisse Ähnlichkeiten mit Treueprogrammen, bei denen man Punkte sammelt – wie etwa das bekannte Payback-Programm, Vielfliegerprogramme von Fluggesellschaften, bei denen man Meilen sammelt, oder auch Loyalitätsprogramme wie Membership Rewards von American Express.
Im Gegensatz zu Treueprogrammen bekommt man bei Cashback jedoch keine Punkte oder Meilen gutgeschrieben, die man sammeln und irgendwann gegen Prämien eintauschen kann. Vielmehr kommt die Rückvergütung "direkt" in Form von Geld ("Cash") an – oder in Form von Punkte-Einheiten, die jederzeit in Geld umgetauscht bzw. ausgezahlt werden können.
Eine hiervon abweichende Sonderform von Cashback ist allerdings sogenanntes Saveback: Hier werden die Rückvergütungen direkt und automatisch in Finanzprodukte investiert wie beispielsweise Aktien- oder ETF-Sparpläne oder auch Kryptowährungen. Die in Deutschland wohl bekannteste Saveback-Variante ist das Saveback von Trade Republic.
Warum funktionieren Cashback-Programme?
Vereinfacht ausgedrückt: Cashback als Kundenbindungsinstrument spricht das Belohnungssystem im menschlichen Gehirn an. Ein Umsatz wird mit einer (idealerweise sofortigen) Rückvergütung belohnt. Selbst wenn die Höhe der Rückvergütung gering ist – aus Nutzersicht bekommt man einen Teil einer getätigten Ausgabe zurückerstattet. Dem negativ besetzen Vorgang des Geldausgebens wird durch Cashback also ein als positiv und als "belohnend" empfundener Eindruck entgegengesetzt: "Zumindest habe ich einen Teil dieser notwendigen Ausgabe zurückerstattet bekommen." Im Fall von Saveback kann dieser Eindruck sogar noch verstärkt wirken: "Zwar habe ich Geld ausgegeben, aber ein Teil davon ist in eine vernünftige Geldanlage geflossen, von der ich langfristig sogar mit Wertsteigerung profitieren kann."
Aus Sicht von Kreditkartenanbietern ist es zudem interessant, ihren Kunden einen zusätzlichen Grund zu geben, die Kreditkarte als Zahlungsmittel einzusetzen: Ein Zahlungsmittel, das Cashback zurückzahlt, ist attraktiver als eines, bei dem es kein Cashback gibt.
Ein konkretes Beispiel: Bietet ein Händler verschiedene Zahlungsmethoden an, dann werden werden einige Kunden ihre Kredit- oder Debitkarte wählen allein aufgrund von Cashback-Vorteilen – und auf andere Zahlungsmethoden, die kein Cashback bieten (z.B. Barzahlung oder EC-Karte) lieber verzichten. Die Konsumforschung hat gezeigt, dass manche Verbraucher Händler komplett meiden, wenn keine Kreditkarten- oder Debitkartenzahlung angeboten wird – und sogar bereit sind, Umwege in Kauf zu nehmen, wenn sie dafür die von ihnen bevorzugte Zahlungsmethode einsetzen können.