Credit-Kreditkarte

Kurzdefinition: Kreditkarte, die Teilrückzahlung erlaubt (statt vollständiger Abrechnungs-Rückzahlung)Andere Bezeichnungen:Credit CardKreditkarteRevolving Credit Card

Nahaufnahme einer goldenen Kreditkarte von Visa – unter dem Visa-Logo mit dem Schriftzug "Credit".
Bild: Consorsbank
Credit-Kreditkarten sind manchmal (aber nicht immer!) am aufgedruckten Wort "Credit" zu erkennen.

Die Credit-Kreditkarte ist eine von vier Kreditkarten-Typen. Andere häufig verwendete Bezeichnungen für Credit-Kreditkarten sind der englische Originalbegriff "Credit Card" sowie – präziser – der Ausdruck "Revolving Credit Card".

Credit-Kreditkarten zeichnen sich dadurch aus, dass die im Verlauf des Abrechnungszeitraums gesammelten Kreditkartenumsätze nicht jeweils komplett zur Rückzahlung fällig sind (wie es bei einer Charge-Kreditkarte der Fall ist). Vielmehr besteht die Möglichkeit, die Kreditkartenabrechnung nur anteilig zu begleichen. Der nicht beglichene Teil der Abrechnung wird in den nachfolgenden Abrechnungszeitraum übertragen. Nutzt eine Karteninhaberin oder ein Karteninhaber diese Möglichkeit, so ist von Teilrückzahlung die Rede.

Der Vorgang des teilweisen Übertrags der Rechnungssumme in den Folgemonat ("revolvierender Kredit") ist der Ursprung der alternativen Bezeichnung "Revolving Credit Card".

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Begriffsklärung
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Oft wird für Credit-Kreditkarten einfach kurz der Ausdruck "Kreditkarte" verwendet. Hier sind jedoch Verwechselungen möglich, denn "Kreditkarte" ist im Deutschen auch gebräuchlich als Bezeichnung für Charge-Kreditarten. "Kreditkarte" findet also faktisch oft als Oberbegriff für beide Kreditkarten-Typen (Credit und Charge) Verwendung.

Verzinsung bei Credit-Kreditkarten

In der Regel fallen bei Credit-Kreditkarten keine Zinsen an, wenn die monatlichen Abrechnungen immer vollständig beglichen werden. Geht man so vor, dann verwendet man die Credit-Kreditkarte faktisch wie eine Charge-Kreditkarte.

Wird jedoch von Teilrückzahlung gebrauch gemacht, so werden auf den nicht beglichenen Teil der Abrechnung Kreditkartenzinsen berechnet – üblicherweise ab dem Fälligkeitsdatum der Kreditkartenabrechnung.

Der Grund für die Verzinsung: Da die Bank bei Teilrückzahlung dem Karteninhaber einen Teil der Kreditkartenabrechnung (also: einen Teil seiner Ausgaben) auf unbestimmte Zeit vorstreckt bzw. auslegt, handelt es sich faktisch um einen kleinen Kredit. Entsprechend ist jeder Credit-Kreditkartenvertrag im Prinzip ein kleiner Kreditvertrag – und zwar bis zur Höhe des vereinbarten bzw. eingeräumten Kreditkartenlimits. Der Kredit wird immer so lange gewährt, bis der komplette Kreditkartensaldo ausgeglichen ist. Der Kreditkartenzins ist die laufende Gebühr für diesen Kredit.

Wie viel von der Kreditkartenabrechnung muss man zurückzahlen?

Credit-Kreditkarten haben einen festgelegten Mindest-Rückzahlungsbetrag, der von Karte zu Karte unterscheidet. Er wird normalerweise in Prozent angegeben (z.B. 5%), häufig in Kombination mit einem absoluten Betrag (z.B. 30,‑ €). Es gilt dann der jeweils höhere Wert. Beträgt eine Kreditkartenabrechnung beispielsweise 200,‑ €, dann wären in diesem Fall 30,‑ € zur Rückzahlung fällig, da 5% von 200,‑ € genau 10,‑ € entsprechen, was unterhalb des (absoluten) Mindest-Rückzahlungsbetrags von 30,‑ € liegt. Beträgt der Kreditkartensaldo hingegen 2.000,‑ €, dann werden – bei 5% Mindest-Rückzahlungshöhe – mindestens 100,‑ € zur Rückzahlung fällig.

In der Regel haben Karteninhaber jedoch immer die Möglichkeit, jeden beliebige Höhe zurückzuzahlen – vom Mindest-Rückzahlungsbetrag bis hin zur Gesamthöhe der Kreditkartenabrechnung. (Wird die Kreditkartenrechnung komplett begleichen, spricht man von vollständiger Rückzahlung.)

Rückzahlungshöhe festlegen

Wie viel genau zurückgezahlt werden soll, können Karteninhaber entweder festlegen, indem sie eine Überweisung in entsprechender Höhe auf das Kreditkartenkonto vornehmen. Oder – falls die jeweilige Kreditkarte dies zulässt – per Anpassung des Anteils, der regelmäßig (z.B. monatlich) per Lastschrift eingezogen werden soll. Ist Rückzahlung per Lastschrift möglich, lässt sich die Höhe des gewünschten monatlichen Einzugs in der Regel in der Kreditkarten-App oder im Online-Banking festlegen (und bei Bedarf jederzeit anpassen).

Kreditkarteninhaberinnen und -inhaber sollten eine Rückzahlungshöhe wählen, die zu ihrer aktuellen Situation passt, und mit der sie sich wohlfühlen. So könnte man etwa immer 50% der Kreditkartenabrechnung einziehen lassen – oder auch 25% oder 80%, je nach Situation. Auch 100% sind oft möglich; dann wird die komplette Kreditkartenrechnung eingezogen. Der Vorteil dabei: Ist die Rückzahlung auf 100% gestellt, werden in der Regel keine Kreditkartenzinsen fällig. Die Credit-Kreditkarte verhält sich dann wie eine Chargekarte.

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Tipp
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Im Zweifel sollte man lieber einen höheren Rückzahlungssatz als einen zu niedrigen wählen. Kleine Rückzahlungen klingen zwar verlockend, erhöhen aber auf lange Sicht die Kreditkartenzinsen, die sich bis zur kompletten Rückzahlung des Kreditkartensaldos ansammeln – hier greift auch der Zinseszins-Effekt. Wann immer möglich, empfiehlt es sich, die Rückzahlung auf 100% zu stellen, um Kreditkartenzinsen komplett zu vermeiden.

Es gibt allerdings auch Credit-Kreditkarten, bei denen die Rückzahlungshöhe per Lastschrift nicht völlig frei angepasst werden kann. Beispielsweise ist bei der Santander BestCard Basic die Rückzahlung per Lastschrift unveränderlich auf sehr geringe 5% gesetzt; soll ein höherer Anteil der aktuellen Kreditkartenabrechnung zurückgezahlt werden, muss man eine manuelle Überweisung vornehmen. Bei anderen Karten – beispielsweise bei der Santander BestCard Smart – kann die Lastschrift-Höhe angepasst werden.