Eine Filialbank – oft auch einfach als "klassische Bank" bezeichnet – ist ein Kreditinstitut, das ein Netz aus physischen Geschäftsstellen ("Filialen") betreibt. Kundinnen und Kunden können dort persönliche Beratung in Anspruch nehmen und Bankgeschäfte direkt vor Ort erledigen. Dieses Modell gilt als die traditionelle Form des Bankwesens und prägte seit Jahrzehnten das Bild von Banken im Alltag.
Typische Dienstleistungen
Filialbanken bieten in der Regel ein breites Spektrum an Finanzdienstleistungen an:
- Kontoführung (klassisches Girokonto, früher auch das heute kaum noch bekannte Sparkonto bzw. Sparbuch)
- Bargeldservice über Schalter und eigene Geldautomaten
- Kredite und Baufinanzierungen
- Anlageberatung (z. B. Sparpläne, Fonds, Wertpapiere)
- Versicherungen (oft in Zusammenarbeit mit Partnergesellschaften)
- Individuelle Beratungsgespräche für Privat- und Geschäftskunden
Ein zentrales Merkmal ist die persönliche Beratung: Kundinnen und Kunden können sich in einer Filiale mit einer Ansprechperson zusammensetzen, um komplexe Finanzfragen zu klären.
Historische Zielgruppe
Traditionell richteten sich Filialbanken an die breite Bevölkerung, von Privatkunden bis zu mittelständischen Unternehmen. Insbesondere Menschen, die Wert auf persönliche Betreuung legen oder komplexere Finanzprodukte benötigen, gehörten und gehören zur Kernkundschaft. Vor der Verbreitung des Online-Bankings war die Filiale für nahezu alle Bankgeschäfte der zentrale Anlaufpunkt.
Abgrenzung zu Direktbanken und Neobanken
In den letzten Jahrzehnten haben sich neben den klassischen Filialbanken zwei weitere Banken-Typen etabliert:
- Direktbanken (seit den 1990er-Jahren) verzichten auf Filialen und setzen vollständig auf Online-Banking. Leistungen und Produkte ähneln denen von Filialbanken, jedoch ohne die persönliche Filial-Beratung, dafür jedoch oft mit günstigeren Konditionen (z. B. niedrigere Kontoführungsgebühren). Nach dem Aufkommen der ersten Direktbanken sind auch zahlreiche klassische Banken ins Direktbanking-Geschäft nachgezogen – häufig über Tochtergesellschaften.
- Neobanken (seit den 2010er-Jahren) sind meist junge FinTechs oder Startups mit einem meist noch konsequenter app-basierten (und vor allem mobilen) Ansatz. Ihre Zielgruppe sind vor allem junge, digitalaffine Nutzerinnen und Nutzer, die unkompliziert und schnell über ihr Smartphone Bank- und Anlagegeschäfte erledigen wollen. Von klassischen Banken und Direktbanken grenzen sie sich üblicherweise durch eine moderne, intuitive Nutzererfahrung ab, sowie oft durch innovative Zusatzfunktionalitäten (z.B. Cashback, Unterkonten bzw. sog. "Pockets") oder die Unterstützung neuer Anlageformen (z.B. ein leicht zugängliches Sparplan-Angebot, Vermögensaufbau-Funktionen oder auch die Unterstützung von Kryptowährungen).
Im Vergleich dazu setzen Filialbanken nach wie vor stark auf persönliche Beratung und regionale Präsenz. Zwar bieten auch sie mittlerweile Online-Banking und Apps an, ihr Alleinstellungsmerkmal bleibt aber das Filialnetz als Ort für direkten Kundenkontakt.