Der Sperr-Notruf ist eine deutschlandweite Notrufnummer, unter der man Zahlungskarten (Kredit- oder Debitkarten) sperren lassen kann – z.B. wenn man sie verloren hat.
Die Nummer lautet 116 166. Sie ist rund um die Uhr erreichbar. Aus dem deutschen Festnetz sind Anrufe beim Sperr-Notruf kostenlos.
Welche Karten in der Regel unterstützt werden
Folgende Karten können üblicherweise über den Sperr-Notruf gesperrt werden:
- Kredit- und Debitkarten von Visa und Mastercard: Die meisten Karten von Visa und Mastercard lassen sich über den Sperr-Notruf sperren. Es hängt jedoch davon ab, ob die jeweilige Bank, die die Karte an die Inhaberin oder den Inhaber herausgegeben hat, Mitglied im Sperr-Notruf-System ist. Faustregel: Kommt die Karte von einer "klassischen" Bank oder Sparkasse (siehe auch: Filialbank), dann kann sie in der Regel über 116 116 gesperrt werden.
- girocard (auch als "EC-Karte" bekannt): Auch die meisten girocards lassen sich per Sperr-Notruf sperren. Auch hier hängt es von den herausgebenden Bank ab.
Ausnahmen – welche Karten kann man nicht über 116 116 sperren?
Die Teilnahme am Sperr-Notruf-System ist freiwillig. Nur angeschlossene Herausgeber sind technisch angebunden. Daher können einige Karten nicht über 116 116 gesperrt werden:
- Karten, die in einem anderen Land als Deutschland herausgegeben wurden, können über den Sperr-Notruf nicht gesperrt werden.
- American Express Karten – American Express ist nicht Mitglied im Sperr-Notruf-System, sondern bearbeitet Kartensperrungen selbst. Falls Sie Ihre American Express Karte verloren haben, rufen Sie stattdessen die Nummer 069-9797-1000 an – falls Sie im Ausland sind: Wählen Sie +49-69-9797-1000, also mit deutscher Landesvorwahl.
- Kredit- und Debitkarten von Neobank können oft nicht per 116 116 gesperrt werden (auch wenn es sich um eine Visa oder Mastercard handelt). Neobanken bieten allerdings meistens eine spezielle Funktion direkt in der App an (oder auch im Online-Login-Bereich), mit der Karten vom Nutzer selbst gesperrt werden können – und bei Bedarf auch wieder entsperrt.
Dennoch kann es hilfreich sein, bei 116 116 anzurufen, selbst wenn die eigene Karte dort nicht gesperrt werden kann. Der Service weiß meistens dennoch, an wen man sich wenden muss – und verbindet teilweise sogar manuell an den richtigen Ansprechpartner bzw. die richtige Hotline-Nummer weiter. Darüber hinaus hat der Verein eine spezielle Suchfunktion auf seiner Website – dort kann man nachgucken, ob die Bank bzw. der Anbieter der eigenen Karte an das System angeschlossen ist.
Wer steht hinter dem Sperr-Notruf?
Der Sperr-Notruf wird betrieben von der Freiwilligen-Organisation Sperr-Notruf e.V. – seit 2002 ist diese Initiative mit Unterstützung der Bundesregierung durchgehend tätig. Neben Karten lässt sich über das System auf Wunsch auch der eigene Online-Zugang bei angeschlossenen Teilnehmern (also: Banken etc.) sperren.