Trade Republic

Kurzdefinition: Deutsche Neobank mit Sitz in Berlin; unterhält eine gleichnamige Banking- & Anlage-App

Das Logo von Trade Republic
Bild: Trade Republic
Das Logo von Trade Republic

Trade Republic ist eine deutsche Neobank mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen bietet ein kompaktes und kostenloses Konto- und Trading-Finanzpaket an, das aus Girokonto, Visa-Karte, Cashback-System und Handelsplattform besteht. Das Produkt stellt somit eine sogenannte "Financial Super App" dar, also eine umfassende digitale Finanzplattform.

Trade Republic: Hintergrund und Historie

Trade Republic wurde 2015 in München unter dem Namen "Neon Trading" gegründet – im Start-up-Inkubator der comdirect, die heute (wieder) zur Commerzbank gehört. (Beteiligt ist sie an Trade Republic allerdings nicht.)

Wie am alten Namen erkennbar ist, handelte es sich ursprünglich um ein reines Neobroker-Angebot. Mittlerweile hat sich das Unternehmen zu einer voll lizenzierten Neobank (Lizenz seit Ende 2023) entwickelt, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) reguliert wird.

Der Produktstart erfolgte 2019. Anfang 2025 zählte Trade Republic rund 8 Millionen Kunden, davon etwa 5,3 Mio. in Deutschland; der Rest verteilt sich auf andere europäische Märkte (Frankreich, Italien, Österreich, Spanien, Portugal). In Summe verwaltet Trade Republic ein Kundenvermögen in Höhe von etwa 100 Milliarden Euro.

Wer steht hinter Trade Republic?

Trade Republic ist ein privet finanziertes FinTech-Unternehmen. Geldgeber stammen größtenteils aus dem Venture-Capital-Bereich. Zu ihnen gehören bekannte institutionelle Investoren wie Sequoia Capital und Founders Fund. Nach Aussage von Trade Republic sind sie mit langfristiger Perspektive investiert – ein Börsengang sei daher derzeit nicht geplant.

Das Angebot von Trade Republic

Wie für viele Neobanken üblich, versucht Trade Republic, Direktbanking für Kundinnen und Kunden einfach (und mobil) zu gestalten. Direkt integrierte Anlage-Möglichkeiten sollen Geldanlage mit niedrigen Einstiegshürden ermöglichen.

Statt mehrere Produkte anzubieten, bietet Trade Republic daher alle Leistungen in einem Paket: Konto mit Debitkarte sowie Investitions- und Handelsfunktionen. Anders als bei klassischen Banken, bei denen häufig z.B. Girokonto, Tagesgeldkonto und Depot separat eröffnet werden müssen, bietet die zentrale App von Trade Republic Zugriff auf alle Funktionen. Wer sich anmeldet, kann direkt auf alle Bereiche zugreifen.

Das Icon der Trade Republic App auf einem Smartphone-Bildschirm: Weißes Icon mit kleinem, schwarzem Zwei-Wellen-Signet, das auf dem Icon-Hintergrund etwas asymmetrisch positioniert ist
Bild: Kreditkarten123.de
Das Icon der Trade Republic App

Neben "typischen" Neobank- bzw. Neobroker-Funktionen ist Trade Republic insbesondere für die Funktionen "Saveback" und "Round-Up" bekannt.

  • Beim Trade Republic Saveback (einer speziellen Form von Cashback) werden Kartenzahlungs-Rückvergütungen direkt in ein vom Nutzer gewähltes Anlageprodukt, Wertpapier oder einen Kryptowert investiert.
  • Aktivieren Nutzer die Funktion Round-Up, wird jede Kartenzahlung auf den nächsten Euro aufgerundet. Der Differenzbetrag fließt (auf Wunsch mit Multiplikator) ebenfalls in ein Wertpapier.

Beide Funktionen sind Beispiele für sogenanntes "Micro-Investing", also das regelmäßige (und automatisierte) Anlegen kleinerer Geldbeträge, statt große Einmaleinlagen zu tätigen.

Das Trade Republic Girokonto

Bevor Trade Republic eine Vollbanklizenz hatte, wurden Verrechnungskonten bei Partnerbanken geführt. Seit 2024/2025 wurde diese Praxis ersetzt durch ein eigenes, vollwertiges Girokonto. Es hat nun eine deutsche IBAN und dient gleichzeitig als Verrechnungskonto sowohl für alle Handelsvorgänge als auch für die dazugehörige Visa-Debitkarte. Kontoguthaben wird – wie auf einem Tagesgeldkonto – taggenau verzinst (bei monatlicher Auszahlung). Der Zinssatz entspricht dabei immer dem jeweils gültigen EZB-Leitzins (Einlagenzins), den Trade Republic 1:1 an seine Kunden als Guthabenzins weitergibt.

Ein Dispokredit ist derzeit noch nicht möglich (weshalb die Anmeldung bei Trade Republic derzeit keine Schufa-Abfrage auslöst). Es ist jedoch zu erwarten, dass künftig ein Dispokredit angeboten werden dürfte. In diesem Zusammenhang ist auch die Erweiterung der Karten-Sortiments um eine vollwertige Kreditkarte (neben den aktuellen Debitkarten) zu erwarten. Beide Erweiterungen (Dispo und Kreditkarte) finden bereits heute in den AGB und im Preisverzeichnis von Trade Republic Erwähnung.

Einlagensicherung

Grundsätzlich gilt für Einlagen die europäische Einlagensicherung. Als deutsches Kreditinstitut ist bei Trade Republic prinzipiell die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken zuständig. Allerdings verwahrt Trade Republic Einlagen auch bei europäischen Partnerbanken – bei denen dann die jeweilige nationale Einlagensicherung zuständig sein kann. Zu diesen Banken gehören Deutsche Bank, Citibank, Crédit Agricole, HSBC und J.P. Morgan. Höhere Beträge können auch in Geldmarktfonds diversifiziert werden, z.B. von BNP Paribas.

So oder so: Einlagen bei Trade Republic sind durch die gesetzliche europäische Einlagensicherung bis 100.000,‑ € pro Anleger pro Kreditinstitut geschützt. Durch die mögliche Diversifizierung der Einlagen ist es rein theoretisch sogar denkbar, dass die Gelder einzelner Kunden – da aufgeteilt auf mehrere Kreditinstitute – entsprechend ein Vielfaches des Schutzes genießen. Höhere Einlagen, die in Geldmarktfonds liegen, sind hiervon ausgenommen, das die Einlagensicherung für diese Anlageform nicht zuständig ist; da die Fondsvermögen von Bankvermögen getrennt sind, sind sie von einem eventuellen Sicherungsfall ohnehin nicht betroffen und erfordern keinen speziellen Schutz.